Verlage fordern gesetzliche Regeln für KI-Training

Der Börsenverein in Deutschland veröffentlicht den „Frankfurter Appell“, in dem er den Gesetzgeber dazu auffordert, das Training von KI zu regulieren

Veröffentlicht: 11. Oktober 2026 | Foto/Video: KI-generiert, Magnific

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den „Frankfurt Appeal” veröffentlicht. Die Petition richtet sich an die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Bundesregierung und fordert eine klare gesetzliche Antwort auf ein strukturelles Problem der Branche: KI-Unternehmen trainierten ihre Modelle mit urheberrechtlich geschützten Werken, ohne dass Verlage und Autor:innen zugestimmt hätten, und nutzten wertvolle Produkte ohne Vergütung. Bislang agierten sie weitgehend folgenlos, selbst wenn sie ausdrückliche Rechtevorbehalte der Rechteinhaber:innen missachteten.

Die Gesetzgeber:innen sollen einen Rechtsrahmen für Entwicklung und Einsatz von KI schaffen, der klare Pflichten und Haftungsregeln vorsieht. Konkret gefordert werden:

  • Transparenzpflichten für KI-Unternehmen, einschließlich der Offenlegung der verwendeten Trainingsdaten auf Werkebene

  • Aufbau eines Lizenzmarkts mit fairen Erlösmodellen

  • Durchsetzung des europäischen Urheberrechts mit wirksamen Instrumenten

Mehr als 150 Unterzeichner:innen haben sich dem Appell bereits angeschlossen, kleine wie große Verlage. Zu den großen Häusern zählen unter anderem die Penguin Random House Verlagsgruppe, Holtzbrinck Buchverlage, Bonnier Media Deutschland, Bastei Lübbe, Droemer Knaur, Hanser, Rowohlt, Ullstein, Piper, S. Fischer, Suhrkamp, C.H.Beck und Carlsen. Dazu kommen zahlreiche unabhängige Verlage wie Guggolz, Luftschacht, Julia Eisele, Tasten & Typen und Windy. Auch die internationalen Verbände IPA, Federation of European Publishers (FEP) und STM haben unterzeichnet.

Der vollständige Aufruf kann unter folgendem Link eingesehen und unterzeichnet werden: boersenverein.de/frankfurt-appeal. Verlage, die mitmachen möchten, können eine E-Mail senden an frankfurter-appell@boev.de.

Verlage fordern gesetzliche Regeln für KI-Training