KI-Prompts, Skills, Agents: Was ist eigentlich was?

Drei aufeinander aufbauende KI-Konzepte im Überblick

Published: 21.4.2026 | Photo / Video: AI generated, Freepik

„Mit diesem Prompt verdienst du Tausende von Franken.“
„Wer nicht mit Skills arbeitet, hat nichts verstanden.“
„Ich chille auf Mallorca, während meine Agents die Arbeit machen.“

Prompts. Skills. Agents. Die drei Begriffe geistern durch jeden KI-Newsletter, jeden LinkedIn-Feed, jeden Insta-Post. Und alle versprechen den grossen Reibach.

Lassen wir die Marktschreierei mal beiseite und konzentrieren uns auf die Begriffe. Diese beschreiben drei aufeinander aufbauende KI-Konzepte. Es ist gut, zu überlegen, welches Konzept wann am besten passt.

Stufe 1: Prompts – Frage rein, Antwort raus

Ein Prompt ist die einfachste, schnellste und oft beste Form der KI-Nutzung: Du stellst eine Frage oder gibst eine Anweisung, und das Modell liefert eine Antwort.

Stell dir einen Informationsschalter vor. Du fragst, du kriegst eine Antwort, und dann ist die Interaktion vorbei. Das Modell erinnert sich nicht an dich, kennt deinen Kontext nicht und wird von sich aus nichts weiter tun. Es gibt viele Anwendungen für Prompts, die problemlos funktionieren:

«Fasse diesen Text in drei Sätzen zusammen.»
«Schreibe mir eine E-Mail an einen Kunden.»
«Was ist der Unterschied zwischen SCORM und xAPI?»

Das sind typische Prompts.

Prompts sind mächtig, aber sie starten immer bei Null. Du musst jedes Mal neu formulieren, was du willst, wie du es willst und in welchem Kontext es stehen soll. Die Qualität der Antwort hängt vollständig von der Qualität deines Prompts ab.

Stufe 2: Skills – Einmal gebaut, immer wieder genutzt

Skills sind die nächste Stufe. Sie nehmen alles, was Prompts können, und machen sie wiederverwendbar.

Ein Skill ist im Grunde ein vorgefertigter Baustein mit klaren Regeln: feste Eingaben, definierte Schritte, konsistente Ausgabe. Du baust ihn einmal – und kannst ihn danach beliebig oft nutzen, ohne jedes Mal von vorne anzufangen.

Ein Beispiel aus meinem Alltag: Ich nutze KI zum Schreiben eines Artikels. Mit einem Prompt müsste ich jedes Mal neu beschreiben, welchen Ton ich will, wie lang der Post sein soll und welche Struktur er haben soll. Ein Skill speichert all das. Ich gebe nur noch den fachlichen Input für den neuen Artikel als Input – und der Rest läuft.

Skills sind wie Rezepte: einmal geschrieben, beliebig oft anwendbar. Sie sparen Zeit, sorgen für Konsistenz und senken die Fehlerquote. Gleicher Input, gleiches Ergebnis. Zuverlässig und skalierbar.

Wie bei einem Rezept können Skills auch aus mehreren Schritten bestehen. Ich nutze bei mir einige Skills, die wie Wizards aufgebaut sind. Sie leiten mich schrittweise durch den immer gleichen Ablauf. Wenn ich den Artikel fertig geschrieben und redigiert habe, dann brauche ich auch noch einen Kurztext für WordPress, muss die richtigen Kategorien zuweisen, lasse mir einige SEO-Schlagworte vorschlagen und brainstorme einige Titel für einen Social Media-Post. Immer die gleichen Aufgaben, immer die gleichen Rahmenbedingungen. Ideal für einen Skill.

Technisch ist ein Skill nicht mehr als ein Dokument, vorzugsweise strukturiert und Markdown geschrieben ist. Diese Datei kann ich dann in einem Prompt aufrufen und von an wird das Rezept durchgearbeitet.

Stufe 3: Agents – Vom Werkzeug zum Mitarbeiter

Agents sind die dritte Stufe – und der grösste Sprung. Sie können alles, was Skills können, plus eigenständig handeln.

Ein Agent verfolgt ein Ziel. Er kann einen Plan machen, mehrere Schritte nacheinander ausführen, verschiedene Tools nutzen und auf Zwischenergebnisse reagieren. Er merkt sich den Kontext, passt sein Vorgehen an und trifft Entscheidungen – ohne dass du jeden einzelnen Schritt vorgeben musst.

Konkret: Ich gebe einem Agent den Auftrag «Bereite den wöchentlichen Content-Plan vor.» Der Agent durchsucht meine Notizen nach offenen Themen, prüft den Redaktionskalender, schreibt Entwürfe für drei Posts, ordnet sie den richtigen Kanälen zu und legt alles zur Review bereit. Ich habe einen Auftrag gegeben – der Agent hat zehn Schritte selbständig erledigt, und dabei auch mal selbst Entscheidungen getroffen. Gelenkt von Prompts und Skills, die ich ihm zur Verfügung gestellt habe.

Ein Agent ist kein besserer Prompt. Ein Agent ist ein KI-Mitarbeiter mit eigenem Auftrag. Und wie jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin braucht ein Agent Grundlagen und Erfahrung, um den Job optimal ausführen zu können. Die Grundlagen bekommt er durch definierte Skills, die Erfahrung kann er durch Rückmeldungen von mir machen.

Die Treppe – und wo du einsteigst

Die drei Stufen bauen aufeinander auf:

  • Prompts → Einzelne Frage, einzelne Antwort

  • Skills → Wiederverwendbare Abläufe mit konsistenten Ergebnissen

  • Agents → Eigenständige KI-Akteure, die Ziele verfolgen und Werkzeuge nutzen

Gute Prompts sind das Fundament – ohne sie funktionieren weder Skills noch Agents. Skills machen Prompts skalierbar. Und Agents machen aus skalierbaren Bausteinen autonome Workflows.

Mein Rat aus der Praxis: Starte mit guten Prompts. Wenn du merkst, dass du denselben Prompt zum fünften Mal anpasst – mach einen Skill daraus. Und wenn du Skills zu ganzen Prozessketten verbinden willst, bist du bereit für Agents.

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Roman Schurter ist Contentmacher und nutzt gerne Wordpress und andere Tools, um Lerninhalte zu gestalten und online zugänglich zu machen. Besonders angetan ist er vom Content-FirstAnsatz. Daneben produziert er aber auch Marketing-Content für verschiedene Kunden. Gerne mit AI-Unterstützung.

Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Zum Original-Text beim publishing.blog